bier aus der dose, kalter döner, der vollmond und du. das ist die definition von glück in einer lauen sommernacht. wenn der mond noch so hell leuchtet, als würde er uns den weg heimzeigen wollen und der letzte noch wache vogel sein lied trällert, ist alles perfekt. zumindest sollte es das sein – denke ich. kein edler tropfen, kein dessert schmeckt ohne dich. ohne mond. machmal fühlt es sich an wie gänsehaut, kribbelig und kalt und manchmal wie übler magenvirus, krampfend und kotzend, wenn du nicht da bist, ich an dich denke und in die kalte, verregnete nacht starre, darauf wartend, dass die zeiger ihren weg gehen, sich der inhalt der fuselflasche dem ende zuneigt und der mond seine runde vollzogen hat. mit dem wein in mir wird mir schwindelig, übel, ich wanke, möchte weg sein, bewusstlos – so ist es immer noch besser als das gefühl, dass ich habe, wenn ich daran denke, dich nie wieder zu sehen. ich muss mich setzen, es muss sich setzen, das wissen. mir fällt es leichter als der gewissheit. du sagtest mal: bist du wasser, dann schwapp über – sei nicht eintönig, durchbrich grenzen. ich versuche es nicht einmal. ich belege dich mit allen positiven superlativen, die ich kenne. du hast sie nicht verdient und bringen tut es nichts. nicht für mich und nicht für dich. dir bringt gar nichts und niemand etwas. mir nur der lieferservice die falsche pizza – belegt mit brokkoli und schinken, mit pepsi statt cola. ich spiele uno mit wasserdichten karten – gegen mich selbst und frage mich, wann die tage kommen, die ich wieder vergesse, die so alltäglich und normal sind, dass sie zu mir passen. der horrorfilm gruselt mich nicht und bei uno verliere ich. ironie! ich denke an dich und denke nichts. heiße sommertage ängstigen mich, ich bin noch nicht bereit. wann bin ich bereit? bin ich jemals bereit? ich hab ne emotionsgrippe, alles kommt raus. auch die unansehnlichen, vereiterten und geschwollenen. morgen ist ein neuer tag. ohne mond, mit wasser. die unokarten hättens gut. mit löchrigen schuhen durch die stadt laufen und spüren, dass die socken nass werden. ich hab keine zuckerzechn! sollen sie durchdrungen sein. sollen die vögel doch singen, ich lalle. und hab keinen blassen schimmer, was mir meine worte sagen wollen. vielleicht verfickte löcher. doch wahrscheinlich ist es nur das alt bekannte: du bist selbst schuld, weil du nicht stark genug bist! ich trinke 3 tage alten kaffee. starken kaffee. kalter kaffee macht schön, sagte meine oma. ich bin die schönheit – eingebettet in selbst erdachter finsternis. ich setz mich aufs fensterbrett, sehe den mond – halb so alt wie die schwarze brühe. ich denke nach, nach links schaue ich und sehe rosa wolken, lache ob der unmöglichkeit der uhrzeit, sehe das wasser an der scheibe runterlaufen und falle. tief. hinunter. was hätte ich denn lernen sollen? ich selbst zu sein? ich bin es. ich war es. du warst nicht da und ich habe es vermutet. ich wache auf, denke an kalten döner und kotze auf den bürgersteig unter meinem küchenfenster. das ist mein leben. salute! morgen geht das spiel von vorne los – wann gewinne ich? wann beginne ich? wann bringt mir der bote meine pizza? vielleicht bestelle ich morgen die richtige, die mit frischen pilzen, knoblauch und extra käse. und als nachtisch du. ich lache, verschlucke mich daran, gluckse und huste. ich bleibe allein – mit dem mond. er leuchtet mir ja den weg. gehen muss ich ihn selbst oder torkeln – hauptsache weg. weg von kotze und gedanken. morgen ist auch noch ein tag – ohne mond, mit mundgeruch und blauen flecken. auf ein neues!

 

mond

Foto: Hannes Gsell – grafik.at

 

 

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