Widersprüchliches

 

Und plötzlich steht ein Mensch vor dir und ohne vieler Worte begreift ihr beide diese seltsame und sanfte Verbundenheit und ohne viel Aufhebens denkt ihr euch nichts dabei und dann seht ihr euch ein weiteres Mal und könnt die wortlose und dennoch oder gerade deshalb zärtliche Zuneigung nicht mehr ignorieren und beginnt miteinander zu schreiben und nach wochenlangem sehnsüchtigen Kommunizieren entschließt ihr euch dazu, ein Treffen abseits der zwei Arbeitstage und der aufgebauten Traumwelt stattfinden zu lassen, wissend, dass alle Widrigkeiten des Lebens gegen Liebe sind. Und die Zweifel an der eigenen so merkwürdigen und närrisch bockigen, und gerade wegen der starken, Gefühle helfen der Situation nicht.  Und trotzdem rückt alles Dagegensprechende in den Hintergrund und wird nichtig, da die Anziehungskraft übermäßig und dergestalt heftig ist, dass ein Rückzieher in keinem Fall akzeptierbar bleibt und ein „Was wäre wenn“ schon gar nicht. Und ihr fiebert dem Wiedersehen entgegen, die Einwände und Unsicherheiten außer Acht lassend, freuend und täglich nervöser werdend, da nicht gesagt ist, dass das Geschriebene, Gedachte und alles Gefühlte auch der Realität entspricht. Und dann ist es soweit und ihr beide könnt nicht glauben, dass der Zustand miteinander sich in real genauso verhält wie in Gedanken tausende Male abgespielt und alles andere sogar mehr als ein ganzes Stück besser läuft, als es in der Vorstellung der Fall war. Und ihr seid glücklich im Moment lebend, einfach seiend und unheimlich dankbar, es gewagt zu haben und absolut perplex, weil ihr nicht und nicht in den Kopf bekommt, dass gerade alles so geschieht, wie es sich zuträgt, da es schon zu perfekt zu sein scheint.

Und dann taucht da still und heimlich und immer größer werdend die Frage auf, die Frage nach dem Weitergehen. Und beide sitzen sich nicht ratlos gegenüber, da der eine wieder zurück geht und der andere weiter bleibt. Und die Antwort schreibenderweise lautet wie aus einer Hand: trotzen – den Widrigkeiten. Sie auflösen funktioniert nicht, nicht daran denken auch nicht und sie umgehen schon gar nicht. Aber trotzen, trotzen geht und es bleibt – nichts anderes übrig und alles, wie es zuvor war, mit einem Menschen im Herzen reicher und eine Sehnsucht nach so vielem Neuen und eben Entdeckten mehr verspürend als möglich und vor allem mit der Hoffnung, dass alles gut geht. Und so lange es noch nicht gut geht, wird getrotzt – so gut es geht. Die Umstände bleiben, der Wille auch. Und so schaut ihr beide bangend, weil Grenzenüberschreitendes auf dem Spiel steht, welcher Atem länger ist, darauf wartend, dass die Widrigkeiten gehen und die Gefühle bleiben und hoffend, dass dieser Traum, der Realität werden soll, aufrecht erhalten wird.

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